BUCH: "Im Jenseits ist die Hölle los" by Arto Paasilinna
Das Buch darf also nicht zu anspruchsvoll sein, die Erzählung soll locker, mit nicht allzu vielen Akteuren und in leicht verständlicher Sprache auf nicht mehr als 300 Seiten sein. Und nicht zu vergessen: die Qualität muss trotzdem stimmen.
In meiner bald zehnjährigen Erfahrung als Bücherkäuferin und -leserin weiß ich nur zu gut, dass es dem Markt gerade an kurzen, guten Büchern fehlt. Was daran liegen mag, dass dicke Romane von Kritikern und Journalisten weit aus mehr Beachtung erfahren als ein Sammelband von Kurzgeschichten. Romanautor muss man sein, sonst zahlt sich das Bücherschreiben finanziell nicht aus. Dass es auch kurze, wirklich großartige Romane am Markt gibt, durfte ich letzte Woche wieder erfahren.
Schon vor einigen Jahren war ich von Arto Paasilinnas "Das Jahr des Hasen" und "Die Giftmischerin" mehr als begeistert. Beide Romane sind auf ihre Art und Weise so skuril und gut erzählt, dass man sie gerne öfters liest. Gerade diese beiden fielen mir wieder ein, als ich völlig überfordert in der Krimiabteilung stand. Die guten hatten wir schon zu Hause und bereits gelesen, die schlechten würde ich unter keinen Umständen kaufen.
Mit "Im Jenseits ist die Hölle los" ging ich eine hervorragende Wahl ein: Gestorben wird mäßig, ermittelt wird nicht, denn in diesem Roman erzählt ein Toter selbst und scheint vom Leben nach dem Tod geradezu angetan, nachdem er ein durchschnittliches Leben als Journalist ohne große Vorkommnisse gelebt hat. Auf seiner Reise um die Welt trifft er nicht nur "berühmte" Persönlichkeiten wie Jesus, sondern auch ganz alltägliche Tote, die ihn auf gewisse Weise weit mehr beeindrucken. Dieser nette Roman bietet allen Intellektuellen nicht nur eine absolut befriedigende Aussicht auf das "Leben nach dem Tod" sondern auch köstliche Unterhaltung.
Mein Vater war jedenfalls zufrieden, er liest bereits den nächsten Paasilinna.